Geschichte

Seit der Gründung der Korporation im Jahre 1891 versorgt diese die Gemeinde Sempach mit Trink- und Brauchwasser. Zuvor bestand die Wasserversorgung der Stadt aus einem Verteilnetz mit diversen Stadtbrunnen.

Als Löschwasser standen der Stadtweiher und ein Wasserbehälter auf dem Kirchenplatz, der im Zusammenhang mit der Anschaffung einer neuen Feuerlöschspritze nach 1830 heftig umstritten war, zur Verfügung. Dem starken Bevölkerungswachstum nach 1880 vermochten die Brunnen der Stadt den Ansprüchen nicht mehr zu genügen. Es entstand der Wunsch nach einer modernen Wasserversorgung, wie sie schon andere Gemeinden besassen. Das erste Reservoir mit 140 m3 Inhalt wurde 1891 von der Korporation Sempach beim Quellgebiet Nübrich errichtet. Über eine Gusseisenöhre wurde Wasser in das 66 Metern tiefer gelegene Städtchen geleitet und dort verteilt. Angeschlossen waren 14 Unterflurhydranten und 100 Haushaltungen. Der Wasserzins betrug 10 bis 12 Franken pro Jahr. Das Quellwassergebiet wurde im Laufe der Zeit erweitert und 1933 ein Grundwasservorkommen erschlossen. Dieses konnten den stetig wachsenden Wasserbedarf der Stadt jedoch bald nicht mehr decken. Diese zunehmende Wasserknappheit verlangte nach zusätzlichen Beschaffungsanlagen.

Jedoch wie sollte der grosse Durst nach Wasser gestillt werden?

Das Seewasserwerk

Der Bau eines Seewasserwerkes war ein mutiger und weitsichtiger Schritt der Korporation zu einer leistungsfähigen Wasserversorgung. 1962 wurde mit dem Bau des Seewasserwerks und einer Transportleitung zum Reservoir Nübrich begonnen. Das Werk konnte am 31. August 1966 eingeweiht werden. Rund 960‘000 Franken wurden investiert.

Seither wurde das Wasserwerk in Etappen dem Stand der Technik angepasst und zum Teil erweitert. Mit 5‘500 m³ Aufbereitungskapazität ist das Seewasserwerk die grösste Wasserbeschaffungsanlage für die Region.

2019: Beitritt zur aquaregio ag

Per 01.01.2019 ist die Korporation Sempach der aquaregio ag, einem Verbund von Wasserversorgungen der Region rund um den Sempachersee, beigetreten. Damit bringt die Korporation Sempach ihre sogenannten Primärwerke (Seewasserwerk, Pumpwerke, Reservoire, Quellfassungen und mehrere Hauptleitungen) in diesen Verbund ein. Im Gegenzug ist die Korporation als Mitaktionärin weiterhin an den Anlagen beteiligt und mit zwei Verwaltungsräten in der neuen AG vertreten. Sie bezieht zukünftig das Wasser von der aquaregio ag. Für den Löschschutz und die Feinverteilung an die Wasserbezüger in Sempach (und damit auch für die Gebührenerhebung) ist weiterhin ausschliesslich die Wasserversorgung der Korporation zuständig. Mit diesem grossen Schritt nimmt die Korporation Sempach Verantwortung wahr und hilft mit, die Versorgungssicherheit und die Spitzenabdeckung der ganzen Region zu sichern.