Historische Gebäude

Die Korporation Sempach ist im Besitz mehrerer historischer Gebäude, so des Hexenturms oder des Luzernertores. Diese können im Rahmen einer Turmbesichtigung besichtigt werden. Turm- und Städtliführungen sind hier buchbar.

Hexenturm

Den optischen Abschluss der Oberstadtgasse bildet im Südosten der Hexenturm. Er reicht ins 13. Jahrhundert zurück und steht ausserhalb der Ringmauer. Die rötliche Verfärbung der Nordwand weist auf Brände hin. Ursprünglich besass er zwei Eingänge. An der Südwand ist der obere Teil eines gotischen Fensters sichtbar, im Inneren Spuren eines Ofens. Der Turm scheint als Wohnturm gedient zu haben (16. Jahrhundert): Der Name «Hexenturm» erscheint erst Ende des 19. Jahrhunderts. Hexenprozesse jedoch kennt Sempach nicht. Der Turm wurde 1936 vor dem definitiven Zerfall gerettet und 1986 einer neuen Nutzung zugeführt. Er ist heute an die Theatergesellschaft Sempach vermietet.

 

Luzernertor

Neben dem Rathaus ist das Luzernertor eines der dominierenden alten Gebäude von Sempach. Es heisst erst in neuster Zeit so, früher nannte man es das vordere Tor. Der Turm wurde auch Zeitturm genannt. Seit 1641 gab es im Turm eine Uhr. Dessen Uhrwerk ist heute im Rathausmuseum zu sehen. Wie der Hexenturm besass das Luzernertor ursprünglich ein nach der Stadt geneigtes Pultdach. Sein Helm ist in die Mitte des 17. Jahrhunderts zu datieren. Der Turm hatte im Laufe der Zeit verschiedene Funktionen. Er enthielt bis 1913 die Stube der Nachtwächter, nach 1898 die Transformatorenstation des Elektrizitätswerks Sempach-Neuenkirch, welches den ersten Strom in die Stadt lieferte. Das Luzernertor war auch ein Gefängnisturm. Das Fresko an der Wand wurde 1911 durch Seraphin Weingartner angebracht.

Vor dem Luzernertor gab es seit dem 17. Jahrhundert Gewebebetriebe. Heute sind die beiden Turmstuben vermietet an die Sportunion und den LUKOV.

 

Zehntenscheune

Die Zehntenscheune, das dominierende Gebäude der Oberstadt, diente der Aufnahme von Zehnten und war bis 1810 im Besitze des Stiftes St. Leodegar im Hof in Luzern. Anschliessend wurde die Zehntenscheune an die damalige Stadtgemeinde Sempach verkauft. 1872 wurde der Spittel der Stadt, der bei der Zehntenscheune stand, abgebrochen und auf der gegenüberliegenden Strassenseite errichtet.

Noch später ging sie in den Besitz der Korporationsgemeinde über. Die Zehntenscheune wird vermietet für Produktionen des Jugendtheater Sempach und ähnlichen Anlässen. Ein Geschoss dient der Corporis-Christi-Bruderschaft zur Unterbringung der Kanonen.